Naturfotograf Tom Meurer

Das Wandern ist des Meurers Lust

Es gab eine Zeit, da war ich an Depressionen erkrankt. Ich war in Therapie und auch zeitweise in einer psychiatrischen Tagesklinik.

Warum ich eine Depression erlangt habe, kannst Du hier nachlesen.

Nach der Therapie und der Tagesklinik ging es mir auch wirklich besser. Die Depressionen waren zwar nicht weg, aber ich hatte durch die Therapie gelernt, damit richtig umzugehen.

Aber irgendetwas fehlte in meinem Leben. Ich konnte zu dem Zeitpunkt aber noch nicht für mich klar definieren, was es war.

Wandern

Tom Meurer Wandern

Aber wie so oft im Leben hilft einem schon einmal der Zufall. Und diesmal hatte ich das Glück, dass ich zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort war.

Ich saß bei uns in der Küche (der richtige Ort) und mein Sohn kam und überraschte mich mit der Frage, ob wir nicht wandern gehen könnten (der richtige Zeitpunkt).

Und da mir in diesem Augenblick selber keine Ausrede einfiel, antwortete ich mit. Ja.

Wir packten also einen kleinen Rucksack und setzten uns ins Auto.

Wir suchten uns im Internet also eine kleine Eifelschleife und fuhren zum Start.

Am Start angekommen machten wir uns auf den Weg, und schon nach wenigen Minuten merkte ich, wie gut mir diese Bewegung tat.

Mein Sohn und ich kamen in ein loses Gespräch und genossen diese intensive Vater-Sohn-Zeit. Auf der Hälfte der Strecke machten wir eine Pause. Wir holten Fleischwurst und Käse aus dem Rucksack und genossen die Atmosphäre im Wald, während wir unsere Brotzeit genossen.

Auf der zweiten Hälfte des Weges schwiegen mein Sohn und ich aber nicht, weil wir uns nichts mehr zu sagen hatten, sondern weil wir einfach die „Stille“ des Waldes genossen.

Zurück im Auto war ich für einige Momente wie berauscht. Ich war nicht in der Lage, in Worte zu fassen, was das Wandern mit mir gemacht hatte.

Ich wendete meinen Blick zu meinem Sohn und stellte ihm die Frage: „Sollen wir das jetzt öfters machen?“

Mein Sohn schaute mich an, als ob ich ihm die dämliche Frage der Welt gestellt hätte. Seine Antwort: Na klar!

Wie sehr mich diese kleine Wanderung im wahrsten Sinne des Wortes berauscht hatte, merkte ich 48 Stunden später. Wie ein Süchtiger, der seinen Stoff braucht, zog es mich nach draußen in die Natur. Ich war regelrecht angefixt.

Und aus diesen einen Nachmittag entwickelte sich eine Faszination und Begeisterung für das wandern, die mich und meinen Sohn aktuell nicht loslässt.

Auch konnte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht absehen, was sich alles aus diesem einen Nachmittag ergeben würde.

So haben mein Sohn und ich einen YouTube Kanal gegründet, ich habe wieder die Lust am Fotografieren wieder gefunden und mein Sohn hat seine Leidenschaft für das Filmen entdeckt.

Wie sich das alles weiter entwickelt, kann ich natürlich jetzt nicht sagen, aber jetzt wo ich weiß wie gut mir das Wandern tut und dass der YouTube Kanal eine Art Therapie ist, denke ich nicht, dass dieses Kapitel schon bald geschlossen wird.

Stay tuned!
Tom

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